Das Deutsche Maritime Zentrum gibt eine Kraftstoff-Analyse in der Schifffahrt nach Schiffssegmenten in Auftrag

In der Studie soll eine Übersicht der für die Schifffahrt verfügbaren Brennstoffe und Energieträger (einschließlich Verträglichkeit, Verfügbarkeit, Emissionspotenziale nach Schiffssegmenten) erstellt werden.

 

Die Schifffahrt muss sich aktuell intensiv mit den jetzt und in Zukunft zu nutzenden und nutzbaren Kraftstoffen bzw. Energieformen/-trägern befassen. Sie muss Anforderungen nach Schadstoffminderung bei der Leistungserzeugung an Bord von Schiffen sowie nach einem klimaschonenden bzw. klimaneutralen Betrieb von Schiffen umsetzen und erfüllen.

Die meisten Schiffe werden heutzutage mit erdölbasierten flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffen betrieben, die weitestgehend international entlang der Handelswege erhältlich sind. Der mechanische Antrieb beruht auf Verbrennungsmotoren, die Wärmeerzeugung auf Dampf-/Wasser-Kesseln mit Brennern. Kraftstoffe für Schiffe sind vielfältig, die Anzahl alternativer Kraftstoffe/Energieträger nimmt kontinuierlich zu. Die Frage nach „dem Kraftstoff/dem Energieträger der Zukunft“ für die Schifffahrt wird derzeit jedoch unabhängig vom Schiffssegment, den Schiffstypen (Tanker, Massengutschiff, Containerschiff etc. und deren unterschiedlichen Größen) geführt. Es gibt bisher keine umfassende Information über zukünftige Verfügbarkeiten an den entsprechenden Bunkerorten. Ein zentrales Kriterium ist hierbei die Bereitstellung von regenerativ erzeugten Energieträgern. Die Informationen zu diesen Energieträgern sind bisher im Hinblick auf Verfügbarkeit und Einsetzbarkeit in den jeweiligen Schiffssegmenten unspezifisch.

In der Studie soll aus unterschiedlichen Perspektiven – aus Sicht der Anwender, der Kraftstoffproduzenten und Energielieferanten, der Bunkeranbieter, der Genehmigungsgeber, der Werften, der Zulieferer u.a. – folgendes untersucht werden:

In welchem Sektor der Schifffahrt hat welche Rahmenbedingung (Lebensdauer, Motorisierung, Fahrtverläufe, Bunkerplanung, Supply Chain) Gültigkeit? Welcher (alternative) Kraftstoff leitet sich daraus ab? Welche Kraftstoffe und Energieformen gibt es derzeit auf dem Markt? Wie können diese weiterentwickelt werden? Welche „sukzessive Entwicklung“ ergibt sich daraus? Welche Bunker-Hubs gibt es für die Kraftstoffe? Welches Versorgungsnetzwerk ergibt sich daraus? Welche Hubs sind für welchen Sektor geeignet? Wie flexibel kann die Infrastruktur auf neue Kraftstoffe angepasst werden? Wie kommen alternative Kraftstoffe auf die jeweiligen Schiffe (Bunkerschiffe)? Welche regulatorischen Ergänzungen sind nötig/müssen entwickelt werden? Welches Know-how ist erforderlich, um alternative Kraftstoffe und Energieformen entsprechend im Retrofit oder Neubau einzusetzen?

Die Untersuchung erfolgt in vier Arbeitspaketen/-schritten

  1. Definition von Kraftstoffen/Energieträgern und Entwicklung/Ergänzung des Katalogs für Alternativen
    Ziel ist eine Aufstellung einer Übersicht konventioneller und alternativer Kraftstoffe/Energieträger
  2. Entwicklung/Ergänzung des Kraftstoff-/Energieträger-Katalogs für Alternativen
    Ziel ist eine übersichtliche Definition und Darstellung von Schiffssegmenten, den eingesetzten Kraftstoffen und der Markbedeutung dieser Schiffssegmente. Beantwortung der Frage, warum nutzt welches Segment welchen konventionellen Kraftstoff?
  3. Nutzung von alternativen Energieträgern in den Schifffahrtssegmenten
  4. Erarbeitung von Handlungsoptionen zur gezielten Entwicklung eines alternativen Kraftstoffportfolios

Bei der Ausschreibung handelte es sich um ein nichtförmliches Wettbewerbsverfahren nach § 50 UVgO für das analog zum Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach der UVgO einzelne Regelungen insbesondere zum Verfahrensablauf und zur Bewertung herangezogen wurden. Die Ramboll Deutschland GmbH hat den Auftrag am 12. Februar 2021 erhalten. Der Leistungszeitraum beträgt etwa 4 Monate.

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