Internationale Umfeldanalyse zu Anwendungsfällen von Autonomen Maritimen Systemen

Deutsches Maritimes Zentrum gibt Studie in Auftrag

 

Das Deutsche Maritime Zentrum will mit einer Umfeldanalyse zu Autonomen Maritimen Systeme (AMS) die Grundlage für eine strategische Koordination zum internationalen Wissens- und Technologietransfer schaffen und zur Entwicklung und Förderung von Anwendungsfällen im Sinne ganzheitlicher Schiffsentwürfe von AMS auf nationaler Ebene beitragen.

In einer internationalen Umfeldanalyse sollen AMS-Projekte erfasst und dokumentiert sowie deren Eigenschaften und Rahmenbedingungen analysiert und bewertet werden. Die Studie hat das Ziel, abstrakte Anwendungsfälle von AMS zu generieren und diese hinsichtlich ihrer technischen Machbarkeit, ihres ökonomischen Potenzials sowie ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Akzeptabilität zu erörtern. Anhand zu erarbeitender Bewertungskategorien soll in Expertenbefragungen die übergeordnete Realisierungswahrscheinlichkeit des jeweiligen Anwendungsfalls beurteilt werden. Aus der internationalen Projektumschau, der Analyse des Umfelds sowie der Ergebnisse der Expertenbefragungen sollen Handlungsoptionen für die nationale maritime Wirtschaft, Administration und Politik aufgezeigt und erörtert werden. In der Studie soll beantwortet werden, wie der internationale Technologietransfer gewährleistet sowie nationale FEI bestimmter Anwendungsfälle Autonomer Maritimer Systeme ermöglicht, gefördert und auf allen Entscheidungsebenen flankiert werden können.

Das Projekt wird in 4 Arbeitspaketen bearbeitet:

  • Internationale Projektumschau
    Internationale Projekte zu Anwendungsfällen von AMS sollen erfasst, katalogisiert, analysiert und bewertet werden. AMS sind in dieser Studie als Anwendungsfälle und ganzheitliche Entwürfe von Überwasserschiffen definiert (vgl. Definition „MASS“ der IMO). Anhand der internationalen Projektumschau soll der Status quo der deutschen maritimen Branche in den internationalen Kontext eingeordnet werden.
  • Entwurf von Anwendungsfällen
    Es sollen übergeordnete, abstrakte Anwendungsfälle zu AMS entwickelt und deren Bewertung durch Fachexperten vorbereitet werden. Als Grundlage gilt das Informationspapier der DGON zu AMS aus 20211. Entwickelt werden sollen Anwendungsfälle in unterschiedlichen Domänen (Aufgaben im Transport von Waren und Personen, Aufgaben der Exploration, hoheitliche Aufgaben etc.) und Einsatzgebieten (See-, Küsten- und Binnenschifffahrt, Hafenbereich, städtische Bereiche etc.). Der Bereich „Defense“ (ausschließlich militärischen Nutzung) ist nicht zu betrachten.
  • Bewertung der Anwendungsfälle
    Bewertung der zuvor entwickelten Anwendungsfälle durch Fachexperten, auf Basis von Bewertungskriterien und einer Bewertungsskala hinsichtlich technologischer, ökonomischer, ökologischer und gesellschaftlicher Kriterien.
  • Aufzeigen von Handlungsoptionen
    Auf Basis der Ergebnisse sollen Handlungsoptionen für die maritime Wirtschaft, Administration und Politik auf technologischer, ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene aufgezeigt werden, durch die der Einsatz Autonomer Maritimer Systeme ermöglicht, gefördert und auf sämtlichen Entscheidungsebenen flankiert werden können.

Bei der Ausschreibung handelte es sich um ein nichtförmliches Wettbewerbsverfahren nach § 50 UVgO für das analog zum Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach der UVgO einzelne Regelungen insbesondere zum Verfahrensablauf und zur Bewertung herangezogen wurden. Die PCCG Point Conception Consulting GmbH aus Hamburg hat den Zuschlag erhalten. Der Leitungszeitraum beträgt 6 Monate.

Ansprechpartner/-in

1) DGON 2021 - Informationspapier zum Einsatzspektrum und Anwendungsfällen Autonomer Maritimer Systeme (abgerufen am 05.07.2021)
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