Studie zur Rolle der maritimen Wirtschaft bei der Etablierung einer deutschen Wasserstoffwirtschaft

Das Deutsche Maritime Zentrum hat eine Studie vergeben, in der die Aufgaben für die Maritime Wirtschaft und für die öffentliche Hand zur Etablierung der Wasserstoffwirtschaft von Produktion über Lagerung und Transport bis zum Verbraucher definiert werden sollen.

 

Alternativen zu fossilen Energiequellen sind aus ökologischer Sicht sinnvoll und werden immer mehr auch als Wettbewerbsvorteil gesehen. Das jüngst veröffentlichte Klimaziel der Europäischen Union, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55% zu senken, spricht eine deutliche Sprache.

Wasserstoff gilt als einer der wichtigsten Energielieferanten der Zukunft. Die Frage seines Einsatzes in unterschiedlichen Industriezweigen wird intensiv diskutiert. In der maritimen Branche, z.B. an Bord von Schiffen, ist der Einsatz regenerativer Stoffe ein wichtiger Beitrag zur Klimaschutzstrategie.

Die Bundesregierung betont in ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie die Vielfältigkeit des Elements als Energieträger und -speicher und setzt sich u.a. zum Ziel, Wasserstoff und wasserstoffbasierte synthetische Kraftstoffe als alternative Energieträger zu etablieren sowie die Transport- und Verteil-Infrastruktur auszubauen.

Die Küstenländer haben eine Norddeutsche Wasserstoffstrategie verabschiedet, in der sie den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft bis zum Jahr 2035 wie auch die Installation von mindestens 5 Gigawatt Elektrolyseleistung zur Erzeugung grünen Wasserstoffs bis 2030 ankündigen. Den Seehäfen kommt hierbei eine zentrale Rolle bei Import, Produktion und Verteilung von Wasserstoff zu.

Das Deutsche Maritime Zentrum hat eine Studie vergeben, in der die Aufgaben für die Maritime Wirtschaft und für die öffentliche Hand zur Etablierung der Wasserstoffwirtschaft von Produktion über Lagerung und Transport bis zum Verbraucher definiert werden sollen. Betrachtet wird die Nutzung von Wasserstofftechnologie in allen maritimen Teilbranchen, dazu gehören die Seehäfen als Verbraucher, Orte für Versuchsanlagen und Ansiedlungsstandorte für Industrieunternehmen ebenso wie Schiffe und die Produktion von Offshore-Windenergie.

Die zu untersuchenden Rahmenbedingungen, Kennzahlen und Bedarfe sollen sich auf Ziele der Nationalen Wasserstoffstrategie, der Norddeutschen Wasserstoffstrategie und die Umsetzung des 2020 angepassten Windenergiegesetzes beziehen sowie die Erfolgsaussichten der untersuchten Maßnahmen zur CO2-Vermeidung betrachten.

Die notwendigen Anpassungen oder Ergänzungen von Gesetzen und Regularien zur Erzeugung, zur Nutzung und zum Transport von grünem Wasserstoff und wasserstoffbasierten flüssigen Treibstoffen sollen dargestellt werden. In der Studie soll zudem der weitere technische, wirtschaftliche und rechtliche Forschungsbedarf für verschiedene Wasserstoffprodukte untersucht werden. Die Rolle von Schiffbau, Schifffahrt und Häfen für Transport, Umschlag, Lagerung und Nutzung soll beurteilt und weiterer Handlungsbedarf ermittelt werden.

Vier Arbeitspakete sind vorgesehen:

  • Analyse der Nationalen Wasserstoffstrategie, der Wasserstoffstrategie der EU sowie der Norddeutsche Wasserstoffstrategie
  • Ermittlung von Rahmenbedingungen und Aufzeigen unterschiedlicher Prozessketten im Umgang mit Wasserstofftechnologien
  • Ermittlung von Kennzahlen, Bedarfen und Kapazitäten beim Ersatz fossiler Energieträger mithilfe von Wasserstofftechnologien
  • Definition von Anforderungen an Forschungs- und Implementierungsbedarf sowie neuer Regularien

Bei der Ausschreibung handelte es sich um ein nichtförmliches Wettbewerbsverfahren nach § 50 UVgO für das analog zum Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach der UVgO einzelne Regelungen insbesondere zum Verfahrensablauf und zur Bewertung herangezogen wurden. Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) hat den Auftrag erhalten. Der Leistungszeitraum beträgt 4 Monate.

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