Ein auf Wasserstoff basierendes Energiesystem birgt ein enormes Potenzial

Robert Hankers M.Sc. (Fakultät für Elektrotechnik, Helmut-Schmidt-Universität) über das Projekt HyReflexS

Robert Hankers,
© Bina Engel

Woran forschen Sie?
Derzeit erforschen wir das systemische Zusammenspiel der Technologien Elektrolyseur und Brennstoffzelle in der Sektorkopplung zur Anwendung in stationären Notstromsystemen. In Kombination mit der Integration von Metallhydrid-Wasserstoffspeichern wird eine direkte Kopplung von Strom- und Gasnetz ermöglicht. So kann einerseits die Gasnetz-Infrastruktur selber als Wasserstoffspeicher zur Verfügung stehen und beträchtliche Speicherleistungen erbringen. Zum anderen kann ein finanzieller Vorteil durch den Betrieb des Systems als Regelkraftwerk entstehen.

Welche Verbesserungen bringt das (für die maritime Branche)?
Durch den Ersatz herkömmlicher (Diesel-)Notstromaggregate kann sowohl die Verwendung von CO₂-neutralen Energieträgern erreicht als auch ein finanzieller Mehrwert, zum Beispiel durch die Glättung von Lastkurven, erzielt werden. Vor dem Hintergrund eines anzunehmenden Anstiegs der Verwendung von Brennstoffzellen für Schiffsantriebe erlangen die technologischen Entwicklungen zur Kopplung von Strom- und Wasserstoffsektor eine zunehmende Bedeutung. Gerade im Hafenbereich gibt es eine Vielzahl von Must-Run-Units, die auf eine zuverlässige Notstromversorgung angewiesen sind. Fehlerfälle sind hingegen relativ selten, so dass diese Notstromsysteme die meiste Zeit netzdienlich und somit wirtschaftlich vorteilhaft betrieben werden könnten.

Was fasziniert Sie daran?
Ein auf Wasserstoff basierendes Energiesystem birgt ein enormes Potenzial, das wir gerade erst beginnen, für uns zu entdecken. Die Möglichkeit, die Netzinfrastruktur selbst zur Speicherung des Energieträgers zu verwenden und somit große Speicherleistungen zu erzielen, bietet ganz neue Möglichkeiten für die graduelle Implementierung von Wasserstoff-Technologien in zahlreichen Technologiebereichen. Durch die Kopplung der Versorgungsnetze kann zudem die regenerativ erzeugte Energie von Windkraft- und Photovoltaikanlagen langfristig gespeichert werden, was die Versorgungssicherheit erhöht und den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert.

Was wird in Ihrem Forschungsbereich wichtig in den nächsten fünf Jahren?
Ein sehr wichtiger Aspekt für die generelle Akzeptanz von Wasserstoff-Technologien ist der weitere Ausbau der Infrastruktur. Das bekannte Henne-Ei-Problem (keine Nutzer ohne Ausbau, kein Ausbau ohne Nutzer) kann nur durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Systeme erreicht werden, so dass ein Einsatz von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren wirtschaftlich vorteilhafter wird. Genau an diesem Punkt setzt unser Forschungsprojekt an, mit dem wir die Umstellung auf regenerative Energiesysteme erreichen möchten.

Was werden Sie nie gefragt, würden Sie aber gerne mal sagen?
Füchse sind gar keine Rudeltiere.

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