Ich untersuche das Schwappen von Flüssigkeiten in teilgefüllten Behältnissen

Ein Gespräch mit Dipl.-Ing. Jens Neugebauer von der Universität Duisburg-Essen über Strömungsmechanik

Jens Neugebauer,
© Bina Engel

Woran forschen Sie?

Ich befasse mich mit der experimentellen und numerischen Strömungsmechanik. Und im Speziellen untersuche ich Sloshing, das ist das Schwappen von Flüssigkeiten in teilgefüllten Behältnissen.

Welche Verbesserung bringt das für die maritime Branche?

Sloshing zu betrachten ist wichtig für Flüssiggastanks, Treibstofftanks oder Schwimmbecken an Bord von Schiffen. Es gibt z. B. bei Schwimmbecken verschiedene Möglichkeiten, Sloshing zu beeinflussen, vom Design des Schwimmbeckens, über die Größe, oder durch spezielle Einbauten, die verhindern, dass eine Resonanz auftritt. Sloshing ist meistens ein Zusammenspiel aus der Eigenfrequenz der Flüssigkeit in einem Behältnis, zum Beispiel einem Tank, und der Bewegung des Schiffes. Und wenn sich die Frequenzbereiche von Schiffsbewegung und Eigenfrequenz der Flüssigkeit in einem Behältnis möglichst weit unterscheiden, dann wird die Flüssigkeit kaum angeregt. Damit werden hohe Einschlagslasten im Tank und eine Minderung der Schwimmstabilität des Schiffes verhindert. Das erhöht die Sicherheit des Schiffes.

Was fasziniert Sie daran?

Mich fasziniert generell das Themengebiet der Strömungsmechanik. Es gibt da unglaublich viel zu entdecken. Ich habe ein großes Interesse daran, Lösungen für Fragestellungen zu finden. Das ist das, was mich antreibt.

Was wird wichtig in der maritimen Forschung in den nächsten fünf Jahren?

Ich denke, dass die Themen Digitalisierung, autonomes Fahren und Assistenz beim Fahren, wichtig werden. Man darf den klassischen Schiffbau nicht außer Acht lassen, da gibt es immer noch genug zu tun. Aber ich glaube, dass das die Dinge sind, die uns da treiben werden. Hinzu kommt noch das Thema saubere Antriebe, was aktuell schon viel Beachtung findet.

Was werden Sie nie gefragt, würden Sie aber gerne mal sagen?

Der Schiffbau und die Schifffahrt sind sehr globale Branchen. Forscher, Zulieferer, Hersteller und Werften sind in allen Teilen der Welt beheimatet. Der globale Transport von Gütern, welcher im Wesentlichen per Schiff stattfindet, verbindet Länder und Kontinente. Hier wird, abseits aller kulturellen und sprachlichen Unterschiede, internationale Zusammenarbeit gelebt. Es macht Spaß in einem solchen Umfeld zu arbeiten.

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