Unsere Forschung trägt dazu bei, dass Schiffe weniger Schadstoffe ausstoßen und weniger Kraftstoff verbrauchen

Dipl.-Ing. Marko Püschel (Forschungszentrum für Verbrennungsmotoren und Thermodynamik Rostock Gmbh) über seine Forschung zur Reduzierung der Reibungsverluste bei mittelschnelllaufenden
Marine-Dieselmotoren.

Marko Püschel,
© Bina Engel

Woran forschen Sie?

Meine Kollegen und ich forschen an nachhaltigen Verbrennungsmotoren und Energiesystemen. Unsere Forschungsarbeit umfasst dabei den Betrieb von Motorenprüfständen vom kleinen Pkw-Motor bis hin zu mittelschnelllaufenden Schiffdieseln, die Simulation der Motor-Thermodynamik sowie die experimentelle Analyse und Simulation von Kraftstoffeinspritzung und Gemischbildungsvorgängen. Zu unseren wissenschaftlichen Dienstleistungen gehören auch die Abgasnachbehandlung, die Simulation von Energiesystemen, aber auch die Ermittlung von thermophysikalischen Stoffeigenschaften sowie die Forschung an Kraft- und Schmierstoffen.

Welche Verbesserungen bringt das (für die maritime Branche)?

Unsere Forschung trägt dazu bei, dass Schiffsmotoren bzw. Schiffe weniger Schadstoffe ausstoßen und weniger Kraftstoff verbrauchen. Außerdem können Kraftwerke effizienter und umweltschonender betrieben werden. Auch trägt unsere Forschung dazu bei, Energiesysteme effizienter und zuverlässiger zu machen.

Was fasziniert Sie daran?

Die Faszination an unserer Forschung ist, dass wir durch sachliche Fakten und auch Verbesserungen unseren Anteil an der Klimadiskussion leisten und direkt mitwirken können. Dazu gehören auch der direkte Kontakt und Austausch mit der Wirtschaft und der Politik.

Was wird in Ihrem Forschungsbereich wichtig in den nächsten fünf Jahren?

Der Schwerpunkt wird die Dekarbonisierung und damit sicherlich auch E-Fuels. Nicht nur aus diesem Grund wird der Verbrennungsmotor besonders im Bereich der Schiffsantriebe und (autarken) Energieerzeugung erhalten und wichtig bleiben. Durch E-Fuels werden Power-to-X und die Sektorenkopplung ein weiterer Forschungsschwerpunkt.

Was werden Sie nie gefragt, würden Sie aber gerne mal sagen?

Die öffentliche Diskussion über den Verbrennungsmotor bzw. über die Antriebe der Zukunft müssen versachlicht werden. Dazu sollte die Politik einen großen Beitrag leisten und ihre ausgerufene Strategie, die nur auf E-Mobilität fußt, überdenken. Wir brauchen Brückentechnologien wie E-Fuels/Power-to-X, um den Weg der kompletten E-Mobilität effizient und ökonomisch zu bereiten.

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